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Die Stationen im Überblick

Backhaus an der Linde

1744 gehörte dieses ehemalige „Waschhaus“ zum imposanten Fachwerkgebäude des Hans Jerg Xander in der Lederstraße 3, seit 1846 die Dienstwohnung des Schulmeisters Christoph Reinhold Barchet. 

1846 erwarb die bürgerliche Gemeinde Grunbach dieses „Waschhaus“ von Isaak Friedrich Gerst und baute es zum „Gemeindebackhaus“ um. Dazu wurde der Dachstuhl erneuert und ein gemauerter Backofen, entsprechend den amtlichen Vorgaben zur Einsparung von Heizmaterial und dem Verbot von Einzelbacköfen in den Bauernhäusern, errichtet. 

1847 wurde dieses „Gemeindebackhaus“ nach einem Antrag des Bürgerausschusses mit einer zusätzlichen „Dörre“ zum Trocknen von Obst ausgerüstet. Nach dem damaligen Gemeinderatsprotokoll wurde der Amtsdiener Zeyher als Pächter eingesetzt. Er musste das Holz selbst beschaffen und kassierte von allen Nutzern dafür ein „Pachtgeld“. Es waren 9 Kreuzer für ein grünes Simri (altes Hohlmaß – ca. 20 Liter) Schnitze und 12 Kreuzer für ein Simri mit Zwetschgen oder Hutzel (Birnen). 

Das heute unter Denkmalschutz stehende Backhaus ist als Gemeindebackhaus noch immer in Benutzung. Dank großen ehrenamtlichen Engagements der Bürgerinitiative „Backhauskultur“ konnte das Backhaus im Jahr 2015 saniert werden. Hierbei wurde insbesondere ein neuer Backofen installiert und ein neues Farbkonzept im Innenbereich umgesetzt.

Ehemalige "Mittlere Kelter" und "Obere Kelter"

Schillerstraße 44 und 48

Ein Dokument von 1245 über den hiesigen Weinbau bezeugt der Kirche zu Backnang im Domkapitel Speyer  auch Besitzungen in Gronbach mit Weinbergen. Da die Weinberge damals bis zum heutigen Kirchplatz reichten war der Standort der zugehörenden Keltern naheliegend.

Zehn Jahre vor dem Bau der Lorcher Kelter, am 25. Juli 1328, bekräftigt Graf Ulrich III. in einem Pergament, dass das Kloster in Grunbach Kelterrecht hat und schlichtet damit einen vorangegangenen Streit zwischen den Bürgern und dem Kloster über die Benutzung dieser Einrichtung. 

Da seit 1480 der überwiegende Teil der Grunbacher Weinberge den Klöstern Lorch und Heidenheim am Hahnenkamm gehörten teilten sie sich mit der Comun auch die beiden Keltern, wie 1579 über die Erneuerung des Weinzehnten nachzulesen ist. 

Beide Keltern wurden im 30 jährigen Krieg zerstört und erst Anfang des 18. Jahrhunderts in der bis heute erhaltenen Fachwerkkonstruktion neu aufgebaut. Dabei wurden sicher auch gut erhaltene Balken des Vorgängerhauses mit verbaut. 

Im Jahre 1824 kaufte die Gemeinde Grunbach auch diese beiden Keltern von der königlichen Kameralverwaltung Beutelsbach. Im Kaufvertrag ist nachzulesen, dass sie jeweils 2 hölzerne Kelternbäume (Weinpressen) und ein Kelternstübchen enthielten und dass auf dem dazwischen liegenden Platz im Herbst die Trauben gemahlen wurden. 

Dies änderte sich erst 1927 als der junge Schultheiß Hermann Jerger die 2 alten hölzernen Pressbäume in der Oberen Kelter entfernen, den Lehmfußboden abgraben und den alten Zugang an der Schillerstraße zumauern ließ. Eine neue hydraulische, über Elektromotor angetriebene Presse mit 2 Presskörben wurde installiert, die ihren Dienst bis zum Umzug 1952 in die Untere Kelter versah.

Die Mittlere Kelter, in der vorher ausschließlich der Weißwein gepresst wurde, diente von nun an als Unterkunft für den bescheidenen Fuhrpark der Freiwilligen Feuerwehr. Das Spritzenhäusle am Kirchplatz war für die neue fahrbare Feuerwehrleiter viel zu klein geworden. Nach der kompletten Verlagerung des Kelterbetriebes 1952 in die Untere Kelter ging der Umbau zum Feuerwehrmagazin weiter. Ein neuer Schlauchturm wurde 1956 angebaut und für die nun deutlich größer gewordenen Löschfahrzeuge später noch eine Garage in die Obere Kelter eingebaut. 

1983 wurde die Obere Kelter nochmals großzügig saniert und an die erweiterte Nutzung durch die Freiwillige Feuerwehr Grunbach angepasst. Nach deren Auszug 2007 begann dann die nächste Umgestaltung zum Museum von heute.

Weitere Informationen zum MUSEUM REMSHALDEN und zu aktuellen Ausstellungen finden Sie unter www.museumsvereinremshalden.de.

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