


Hauptsächlich vom Wein- und Obstbau lebten die Menschen früher im Remstal. Missernten bedeuteten Elend und Auswanderung. Die Arbeit im Weinberg reicht vom Schneiden der Reben im Winter und Frühjahr bis zur Traubenlese und dem Kelterbetrieb im Herbst. Das "Herbsten", wie man die Weinlese hier nennt, ist für die Weingärtnerfamilien und für die bei der Lese helfenden Freunde und Bekannten ein jährlich neues Fest. Ein kräftiges Vesper neben den schon halb gefüllten Traubenzubern gibt Schwung für den restlichen Lesetag.

Urkundlich nachgewiesen ist der Weinbau für unsere Gegend erstmals Anfang des 8. Jahrhunderts (Urkunde aus dem Jahre 708 n. Chr., die bezeugt, dass das Kloster St. Gallen damals um Cannstatt herum Weinberge besaß). Man kann davon ausgehen, dass die Römer um die Zeitenwende die Reben hier einführten. Den Weinbau im Remstal erwähnt erstmals eine Urkunde von 1086, mit der Weinberge in Beinstein für eine Kirche in Speyer übertragen werden. Kaum 20 Jahre später wird bezeugt, dass "Otwinus de Helmsheim" (bei Bruchsal) "dem Kloster Hirsau einen Weinberg zu Grunbach gibt".

Bei den Rotweinen ist die bekannteste Rebsorte der Trollinger, dem die besondere Liebe der "Viertelesschlotzer" gehört. Die Spitzensorte der weißen ist der elegante Riesling, wieder beliebter geworden der traditionsreiche Silvaner. Als relativ junge Rebsorte hat sich der Kerner hinzugesellt. Die Geschichte des Weinbaus ist im Remstal auch ein Stück Wirtschaftsgeschichte, denn von seinen Erträgen hing in erster Linie die Existenz der Einwohner bis in unser Jahrhundert hinein ab.
Der Katalog Gastlichkeit im Remstal haben wir im PDF-Format zur Verfügung gestellt. Informationen über Remshalden erhalten Sie auf den Seiten 30 und 31.
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