

von: Landratsamt Rems-Murr-Kreis
Eine Delegation des Rems-Murr-Kreises besucht den Partner-Rayon Dmitrow, staunt über dessen Dynamik, informiert sich über Hilfsprojekte und will wirtschaftliche Zusammenarbeit fördern.
Landrat Johannes Fuchs zieht ein positives Fazit der Reise in den russischen Rems-Murr-Partnerkreis Dmitrow. „Wir haben eine enorme Dynamik gespürt. Die soziale und technische Infrastruktur in Dmitrow befindet sich im stetigen raschen Wandel. Die Menschen gehen die nach wie vor großen Probleme der Region tatkräftig an“, so Fuchs. Er hatte den Rayon Dmitrow gemeinsam mit Vertretern der Kreistagsfraktionen und Kreiskämmerer Frank Geißler besucht.
Die Teilnehmer der Reise besuchten ein Kinderheim, ein Rehabilitationszentrums für kranke Kinder und Jugendliche aus Problemfamilien sowie ein Altenwohnheim. Ebenfalls auf dem Programm stand der Besuch einer Berufsschule sowie des Leistungszentrums für Sportgymnastik und Judo. Die Einrichtungen wurden teilweise mit Hilfe des Rems-Murr-Kreises konzipiert und bis heute finanziell unterstützt. Die Rems-Murr-Stiftung war mit einem Förderbetrag von insgesamt 75.000 Euro am Bau des Altenwohnheims beteiligt. „Wir haben hier Impulse gesetzt und Hilfe zur Selbsthilfe geleistet. Damit und durch starke eigene Bemühungen haben die Einrichtungen einen hohen Standard erreicht – sowohl was die technische Ausstattung als auch die Qualifikation des Betreuungspersonals angeht“, erklärt Landrat Fuchs. Die jetzigen Beziehungen seien damit auf einer ganz anderen Ebene angelangt als zu Beginn der Partnerschaft 1990. Damals leistete der Rems-Murr-Kreis Nothilfe für hungernde, frierende und medizinisch schlecht versorgte Menschen. Heute plant der Kreis, Unternehmen auf die attraktiv gewordenen Investitionsmöglichkeiten in Russland aufmerksam zu machen. Im Raum Dmitrow haben sich inzwischen viele Konsortien privater Investoren aus dem In-und Ausland gebildet - etwa bei der Errichtung einer Zuchtrosenanlage, die 20 Millionen Rosen pro Jahr produziert.
Gleichwohl fehlt es an Problemfeldern im Rayon Dmitrow nicht. Die größten Herausforderungen sind der Wohnungsmangel und ein großer Nachholbedarf bei der Sanierung von Altbauwohnungen, die Ausbildungsdefizite Jugendlicher, ein stark verbreiteter Alkoholismus, der sozialökonomische Ursachen habe sowie die hohe Verschuldung der öffentlichen Haushalte.
Walerij W. Gawrilow - Leiter der Verwaltung des Rayon Dmitrow - und Landrat Fuchs unterzeichneten eine Vereinbarung zur weiteren Zusammenarbeit. „Das Memorandum wird ein wichtiger Beitrag der Festigung und Vertiefung der Zusammenarbeit in der kommenden Zeit sein“, so Gawrilow.
Langjährige Aktivposten der Partnerschaft sind etwa die Ausbildung von russischen Landwirtschaftsstudenten, der Schüleraustausch mit dem Burggymnasium in Schorndorf, sportliche Treffen mit dem FSV Weiler zum Stein und dem TC Urbach sowie die Kontakte des Gesangvereins „Frohsinn Birkmannsweiler“ mit der russischen Folkloregruppe Slawitschi. Hinzu kommen noch Erfahrungsaustausch und Praktika u.a. für Ärzte, Lehrer, Altenpfleger und Feuerwehr
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